Inhalte und Ziele

Die Forschungsplattform Nullzinspolitik und Wirtschaftliche Ordnung befasst sich auf der Grundlage der Arbeiten von Friedrich August von Hayek mit den Auswirkungen der Niedrig-, Null- und Negativzinspolitiken auf Wirtschaft, Politik und Gesellschaft.  Wir erforschen den Zusammenhang der ultra-lockeren Geldpolitiken mit spekulativen Blasen, hoher Verschuldung, zunehmender Dominanz großer Unternehmen und Finanzinstitute sowie wachsender Ungleichheit. Es werden Wege aus der Niedrigzins- und Verschuldungsfalle erarbeitet.

Spekulative Blasen & Verschuldungsfalle

Das billige Geld der Zentralbanken hat eine Welle von wandernden Blasen auf den internationalen Finanzmärkten verursacht, die die Welt in eine lang anhaltende Krise gebracht haben. Seit dem Jahr 2007 leiden die USA unter den Folgen der US-Hypothekenmarktkrise.

In Europa erzeugt die immer noch schwelende europäische Finanz- und Schuldenkrise wirtschaftspolitische Ratlosigkeit. In Japan sind seit dem Platzen der Blase – trotz Leitzinsen bei null und Rekordverschuldung – bereits drei verlorene Dekaden zu verzeichnen. Auf der ganzen Welt werden Regierungen und Zentralbanken in immer größere Rettungsaktionen gedrängt, die die Verschuldung erhöhen.

Das Ergebnis: Die Leitzinsen müssen bei null bleiben, weil sonst die Zinslasten der Staaten nicht mehr tragbar sind.

Strukturelle Verzerrungen und Abkehr von der Marktwirtschaft

Die ultra-lockeren Geldpolitiken verändern die Wirtschaftsstruktur. Zum einen verzerrt die Politik des billigen Geldes den Wettbewerb zugunsten großer Finanzinstitute und Unternehmen, so dass deren Bedeutung im Wirtschaftsleben zunimmt.

Zum anderen erlaubt es das billige Geld, dass Banken Kredite an nicht wirtschaftliche Unternehmen verlängern.  Die Folge: „Zombie-Banken“, die am Tropf der Zentralbanken hängen, erhalten „Zombie-Unternehmen“ am Leben.

Das entspricht einer schleichenden Abkehr von marktwirtschaftlichen Prinzipien (hin zu planwirtschaftlichen Strukturen), die mit dem schrittweisen Verlust des Wohlstands verbunden ist.

Sinkenden Löhne und steigende Ungleichheit

Weil mit der schleichenden Verstaatlichung des Wirtschaftsprozesses die Produktivitätsgewinne zurückgegangen sind, ist der Spielraum für reale Lohnerhöhungen begrenzt.

Insbesondere für Neueinsteiger ins Erwerbsleben werden die Löhne im Vergleich zu vorgegangenen Generationen abgesenkt. Zudem werden Aktien- und Immobilienpreise nach oben getrieben, was vor allem vermögende und ältere Menschen begünstigt. Immer mehr Menschen wenden sich von den bisher regierenden Parteien ab, so dass der linke und rechte Rand des politischen Spektrums wachsen.

Friedrich August von Hayek (1899-1992)

Friedrich August von Hayek war einer der führenden Ökonomen des 20. Jahrhunderts und ein prominenter Denker des Liberalismus. Der Österreicher bildete in der Weltwirtschaftskrise den wirtschaftspolitischen Gegenpol zu John Maynard Keynes. Er erkannte früh den Irrweg planwirtschaftlicher Wirtschaftssysteme.  Er erhielt 1974 den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften für seine Konjunkturtheorie. Heute kann Hayeks Theorie sowohl die Boom-und-Krisen-Zyklen auf den Finanzmärkten als auch die anhaltende Stagnation mit einer verfehlten Geld- und Finanzpolitik erklären.